Das Kino – ein illegitimes Kind der Quantifizierung und Datafizierung

Die Filmkamera heißt es im [Brockhaus 1988, S. 293], unterscheidet sich von der Stehbildkamera „konstruktiv in der Verschluß-, der Filmtransport- und der Filmspuleneinrichtung, die es ermöglichen, eine bestimmte Anzahl Bilder in einer Sekunde zu belichten und weiterzuschalten. Erforderlich ist, daß das einzelne Bild bei der Belichtung stillsteht: der Filmtransport muß also rückweise geschehen, […].
Wichtige Beiträge zur Entwicklung einer solchen Kamera leistete der französische Physiologe Étienne-Jules Marey aus seinem wissenschaftlichen Interesse an der Analyse von Bewegungen heraus.
Muybridges Reihenaufnahmen von Pferden im Galopp weckten Mareys Interesse an der Fotografie. Aufgrund der Fortschritte in der Optik und Fotochemie[1] sah er die Chance, fotografische Verfahren als Mess- und Registriertechniken einzusetzen. Für die Untersuchungen von Vögeln im freien Flug entwickelt Marey eine „chronophotographische Flinte“.Photographische Flinte_Eder_1886_S_153
Mit Blick auf den Beitrag zur Entwicklung der Filmtechnik ist es wichtig, dass hier ein Uhrwerk[2] zum Einsatz kam, um die Trommel mit ihren Scheiben in eine intermittierende Bewegung zu versetzen, die notwendig ist, um den Lichteinfall vom Objektiv auf die lichtempfindliche Platte durch die auf den Scheiben angebrachten Schlitze so zu steuern, dass auf der Platte nacheinander Bilder aufgenommen werden können. Mit Hilfe dieses Apparates konnten die einzelnen Phasen des Flugverhaltens von Vögeln mit 10 bis 12 Aufnahmen pro Sekunde bei einer Belichtungszeit von einer 1/720 Sekunde festgehalten werden, ohne in die Bewegungsabläufe verändernd einzugreifen.
Bei sehr schnellen Bewegungen stand Marey jedoch vor dem Problem, dass sich die Mann in Schwarz_S.11Aufnahmen auf der Platte überlagerten. Um auch bei der gewünschten schnellen zeitlichen Abfolge der Aufnahmen die Bewegungen analysieren zu können, kleidete er seine Versuchspersonen schwarz und markierte z. B. nur das Bein, den Oberschenkel und den Arm auf der der Kamera zugewandten Körperseite mit hellen Streifen und Punkten [Marey 1894, S. 807].[3]

„Unter solchen Umständen lassen sich von demselben Gegenstande auf eine einzige Platte in der Secunde nicht nur zehn, sondern hundert verschiedene Aufnahmen bringen, ohne dass man die Schnelligkeit der Scheibendrehung zu steigern brauchte. Man muss dann nur statt des Schlitzes in der Scheibe deren zehn in genau gleich weiten Abständen anbringen.“ [Eder 1886, S. 187 f.]
Mit der von ihm entwickelten „photo-chronograpischen Methode“ war es Marey so zwar möglich, die Veränderungen eines Objekts, das sich mehr oder weniger schnell bewegt, in einer Abfolge von Momentaufnahmen festzuhalten. Falls sich das Objekt jedoch nur sehr langsam oder sogar nur auf der Stelle bewegte, ließen sich die einzelnen Bilder nur unzureichend von einander unterscheiden oder überlagerten sich völlig.
Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, konstruierte Marey eine Kamera, in der ein mit einer lichtempfindlichen Schicht überzogenes Papierband am Verschluss vorbei transportieren wurde. Da die Aufnahmen unscharf werden, wenn das Band am geöffenten Verschluss vorbei bewegt würde, entwickelte Marey ein Verrichtung, bei der der Transport des Bandes durch einen Elektromagenten während der Belichtung für 1/5000 Sekunde angehalten wurde. Eder_1886_S_188_Momentphotographie
So erhielt man Bilder mit der wünschenswerten Schärfe. Da Längenangaben kontinuierlich mitaufgezeichnet wurden, ermöglichte die zeitliche Taktung der Belichtung eine genaue Analayse der Bewegungen von Menschen und Tieren. [Marey 1888]
Mareys wissenschaftliche Untersuchungen von Bewegungsabläufen zielten auf konkrete, anwendungsbezogene Ergebnisse. So war das Kriegsministerium nach der Niederlage im deutsch-französischen Krieg daran interessiert, die Marschleistungen der französischen Soldaten zu optimieren. Auch das Interesse an Bewegungsabläufen bei Pferden beschränkte sich zu einer Zeit, in der man beim Militär noch auf Pferde als Zug- und Reittiere angewiesen war, nicht auf kalifornische Millionäre, Rennstallbesitzer und Künstler [Marey 1894, S. 805].

[1] Seit den 1870er Jahren stand mit der Erfindung der Bromsilber-Gelatine-Trockenplatten ein Fotomaterial zur Verfügung, das nicht nur leichter zu handhaben, sondern außerdem die erforderliche Empfindlichkeit für extrem kurze Belichtungszeiten mitbrachte.
[2] In mechanischen Uhrwerken bewirkt der Gangregler über das in das Hemmungsrad eingreifende Hemmstück das periodische Anhalten („Hemmen“) des Räderwerks und damit den regelmäßigen Gang der Uhr.
[3]Im Original: „Avec cette méthode [la chronophotographie sur plaque fixe], il est vrai, les images d l’homme ou de l’animal en movement se réduisent à quelques points brillants et à quelques lignes. Mais cela suffit, en general, pour caractériser l’action des members aux diverses allures.” (Marey 1894, S. 807)

Abbildungen
Photographische Flinte – Eder [1886], S. 153

Versuchsperson in schwarzem Anzug mit weißen Streifen auf Armen und Beinen für chronophotografische Bewegungsanalysen – Marey, Étienne-Jules [1893], Die Chronophotographie, Berlin: Mayer & Müller, S. 11
Partielle Momentaufnahme eines laufenden Mannes mit gläzenden Bändern: Eder [1886], S. 188

Literatur
Brockhaus Enzyklopädie [1988]: in 24 Bd. – 19., völlig neu bearbeitete Auflage Bd. 7, Mannheim: Brockhaus
Eder, Josef Maria [1886]: Die Moment-Photographie in ihrer Anwendung auf Kunst und Wissenschaft, Halle a. Saale: Wilhelm Knapp
Marey, Étienne [1888]: Décomposition des phases d’un mouvement au moyen d’images photographiques successives, recueillies sur une bande de papier sensible qui se déroule – Extrait des Comptes rendus hebdomadaires des séances de l’Académie des Sciences, t. CVII; séance du 29 octobre 1888: http://www2.biusante.parisdescartes.fr/livanc/?do=page&cote=extcdf005&p=138 [Stand: 04.01.2014]
― [1894]: La station physiologique de Paris (1), in: La nature : revue des sciences et de leurs applications aux arts et à l’industrie, Jg. XXXI, S. 802

Vgl. dazu: Wagner; Wolf-Rüdiger : Étienne-Jules Marey ein Wissenschaftler, der nebenbei zum Filmpionier wurde. In: Hischer, Horst [2016]: Mathematik — Medien — Bildung. Medialitätsbewusstsein als Bildungsziel. Wiesbaden: Springer Spectrum, S. 85 ff.

 

 

Medialitätsbewusstsein (4): Schwierigkeiten Unsichtbares sichtbar und kommunizierbar zu machen

An konkreten Beispielen zeigt sich sofort, dass die Prozesse, in denen Wissen generiert, distribuiert und kommuniziert wird, nicht auf ein einzelnes Verfahren zu reduzieren sind, sondern dass es immer um eine Vernetzung verschiedener Verfahren geht.

Drei_Röhren_Mikroskop Zweite Daheim_Beilage Nr_10_1882In der Rezension eines Buches mit dem Titel „Die physikalischen Kräfte im Dienste der Gewerbe, der Kunst und der Wissenschaft“ wird eine Illustration aus dieser Veröffentlichung wiedergegeben, „welche drei Beobachter an einem Mikroskop zeigt, […], womit ein und dasselbe Objekt von verschiedenen Personen gleichzeitig betrachtet und in zweifelhaften Fällen ein sicheres Resultat aus den sich gegenseitig kontrollierenden Wahrnehmungen gezogen werden kann.“ (Zweite Daheim-Beilage zu Nr. 10/1882)

Damit das Mikroskop für Medizin und Biologie zu einem zentralen Medium werden konnte, musste der einsame Blick des Forschers auf das Präparat durch die Möglichkeit ergänzt werden, die mikroskopischen Befunde zu kommunizieren. Sprachliche Beschreibungen und Zeichnungen sind hierfür allein nicht geeignet, da sie subjektiv gefärbt sind und das Objekt nicht in seinem Detailreichtum wiedergeben können. Erst die fotografische Reproduktion mikroskopischer Befunde ermöglichte die zeitunabhängige Begutachtung durch mehrere Personen. Zudem lassen sich mikroskopische Objekte anhand der fotografischen Reproduktion präziser messen und auswerten als bei der direkten mikroskopischen Beobachtung. Nicht zuletzt kann man Fotografien sammeln und vergleichen. Allerdings liefert auch die Fotografie keine Selbstabbildung der Wirklichkeit. Darauf verweist schon die Bedeutung, die der Einfärbung der Präperate zukommt. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass die technische Aufrüstung des Blicks durch das Mikroskop mit Hilfe der Fotokamera die Abhängigkeit von der Technik nicht aufhebt, sondern eher verdoppelt.(vgl. Wagner 2013)

Mikroskopischer Universalapparat

Beim Blick durch ein Mikroskop erschließt sich die Wirklichkeit nicht von selbst. Auch beim Einsatz moderner technischer Medien wie dem Mikroskop wird die soziale Dimension der Wahrnehmung durch die Technik nicht außer Kraft gesetzt. Bei Robert Koch klingt dies an, wenn er den spezifischen Wert reproduzierbarer Abbildung mikroskopischer Befunde für die wissenschaftliche Diskussion und Lehre betont, da „beim Mikroskopiren nicht zwei Beobachter zu gleicher Zeit dasselbe Object ins Auge fassen und sich darüber verständigen können.“ (Koch 1881, S. 10)
Aber auch hier zeigt sich, mediale Eigenschaftenlassen sich nur mit Bezug auf einen Verwendungszusammenhang bewerten. Als Koch nicht mehr über Fotografien den Nachweis für die Existenz von Bakterien erbringen musst, arbeitete er „in seinen Publikationen wieder mit Zeichnungen […]. Denn die Fotografie wies auch so manchen Nachteil auf: Sie erlaubte damals nur schwarz-weiße Abbildungen und war aufgrund von Überlagerungen verschiedener Strukturen nur mit geübtem Auge lesbar. Mit Zeichnungen dagegen konnten farbige Charakteristika der verschiedenen Bakterien anschaulich gezeigt werden.“ (Becker 2010)

Auch beim Einsatz moderner technischer Medien wie dem Mikroskop laufen sozial gesteuerte Prozesse der Blickbildung ab, wird die soziale Dimension der Wahrnehmung durch die Technik nicht außer Kraft gesetzt. Der polnische Mikrobiologe und Mediziner Ludwik Fleck hat in historischen Fallstudien aufgezeigt, dass sich die „Wirklichkeit an sich“ unter dem medizinisch-wissenschaftlichen Blick durch das Mikroskop nicht von selbst erschließt. So ergeben sich bakteriologische Untersuchungsbefunde nicht automatisch beim Blick durch das Mikroskop.
Um im Abstrich unter dem Mikroskop den keulenförmigen Bazillus der Diphterie zu erkennen, ist Vorwissen nötig, zu dem auch ein Krankheitsbegriff zählt, in dem Infektion eine Rolle spielt. Wissenschaftler einer Fachdisziplin gehören nach Fleck einem „Denkkollektiv“ an. Dieses Denkkollektiv schafft die gemeinsame Grundlage, auf der forschende und lehrende Wissenschaft ausgeübt wird. Diese gemeinsamen Grundlagen – vor allem auch die darin implizit enthaltenen Annahmen – bezeichnet Fleck als „Denkstil“ (Fleck 1980, S. 54f.) An anderer Stelle definiert Fleck „Denkstil“ „als gerichtetes Wahrnehmen, mit entsprechendem gedanklichen und sachlichen Verarbeiten des Wahrgenommenen“. (Fleck 1980, S. 130) In diesem Zusammenhang formuliert Fleck eine geradezu medienpädagogische Prämisse: „Es gibt kein anderes Sehen als das Sinn-Sehen und keine anderen Abbildungen als die Sinn-Bilder.“ (Fleck 1980, S, 186f.)

Literatur
Becker, Conny: Robert. Koch. Bakterien im Bild. In: Pharmazeutische Zeitung online 21 Ausgabe/2010
Fleck, Ludwik [1980]: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv, Frankfurt am Main: Suhrkamp
Koch, Robert [1881]: Zur Untersuchung von pathogenen Organismen, in: Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte Bd. 1, S. 1- 48
Wagner, Wolf-Rüdiger[2013]: „Die Bedeutung der Fotografie für die Akzeptanz der Mikroskopie“. In: ders.: Bildungsziel Medialitätsbewusstsein. Einladung zum Perspektivwechsel in der Medienbildung. München: kopaed 2013, S. 226 ff.

Abbildungen
Abb. Mikroskop mit drei Rohren: Zweite Daheim-Beilage zu Nr. 10/1882
Abb. Neuer mikrophotographischer Universalapparat: Eder, Josef Maria (Hrsg.): Jahrbuch für Photographie und Reproduktionstechnik für das Jahr 1906. Halle a. S.: Wilhelm Knapp, S. 105

 

Medialitätsbewusstsein (3): Die Schwierigkeiten, Sichtbares kommunizierbar zu machen

Je genauer man konkrete Praktiken der Mediennutzung und die intendierte Nutzung in den Blick nimmt, desto klarer zeigt sich im Vergleich konkurrierender Kulturtechniken ihr jeweiliges mediales Potential.

Wolken

Internationale Wolkennomenklatur und Medialität
Wolken können mit „unbewaffnetem Auge“ beobachtet werden, sind aber flüchtige Gebilde, die ihre Form und Farbe ständige verändern.

Um eine solche Verständigung über das Phänomen Wolken zu ermöglichen, veröffentlichte 1803 der britische Apotheker und Naturforscher Luke Howard einen Vorschlag für eine Klassifikation der unterschiedlichen Wolkenformationen. Für die drei von ihm identifizierten Grundtypen führte er die bis heute üblichen Begriffe Cirrus, Cumulus und Stratus ein. Auch wenn er dieses Grundschema durch die Kombination dieser Begriffe um vier weitere Wolkentypen erweiterte, ergaben sich daraus keine Probleme bei der Darstellung eines derart übersichtlichen Klassifikationsschemas. Goethe widmete Luke Howard zum „Ehrengedächtniß“ ein Gedicht. Darin heißt es:

Die Welt ist so groß und breit,
Der Himmel auch so hehr und weit,
Ich muß das alles mit Augen fassen,
Will sich aber nicht recht denken lassen.

Dich im Unendlichen zu finden,
Mußt unterscheiden und dann verbinden;
Drum danket mein beflügelt Lied
Dem Mann der Wolken unterschied. (Goethe Werke 1896, S. 39)

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein hielt man jedoch eine exakte und allgemein gültige Klassifikation von Wolken für nicht möglich, da sprachliche Beschreibungen keine genauen und eindeutigen Vorstellungen von komplexen Wolkenformationen liefern können.
Auch Zeichnungen können aufgrund der komplexen und sich schnell verändernden brandes-wolkenbilderFormen keine eindeutigen Bilder liefern.
In der Frühzeit der Fotografie waren die erforderlichen Belichtungszeiten für das flüchtige Phänomen Wolken zu lang und die fotosensiblen Schichten überempfindlich für Blau, so dass sich Wolken – bei den notwendigen kurzen Belichtungs-zeiten – vor dem Himmel nicht genügend abhoben.

Erst nachdem seit 1870 orthochromatische Platten mit weitgehend farbwertrichtigen Eigenschaften auf den Markt kamen, war diese mediale Begrenzung aufgehoben (vgl. Starl 2009).
Der englische Wolkenforscher Ralph Abercromby konnte dann auf zwei zwischen 1885 und 1887 unternommenen Weltreisen mit Hilfe der Fotografie den Beweis erbringen, dass überall auf der Erde die Grundformen der Wolken identisch sind.

Die angestrebte internationale Standardisierung der Wolkenbeobachtung setzte voraus, dass alle Wetterstationen weltweit über einen „Wolkenatlas“ als Instrument zur Klassifizierung verfügten. So lange man Fotografien nicht drucktechnisch in den Atlanten reproduzieren konnte, war die Herstellung allerdings so teuer, dass man die Atlanten nur in einer beschränkten Anzahl auflegen konnte.

„Atlanten liefern den sich der Anschauung bedienenden Wissenschaften die Arbeitsobjekte. Der Atlas trainiert das Auge von Eingeweihten und Neulingen gleichermaßen darin, bestimmte Objekte als exemplarisch […] auszuwählen und sie auf eine bestimmte Weise zubetrachten […].“ (Daston/Galison 2002, S. 37)

Zwischen den wissenschaftlichen Zwecken eines Atlas und den medialen Eigenschaften der Fotografie besteht ein Spannungsverhältnis. Eine Fotografie hält den Zustand eines Objekts detailgetreu in einem gegebenen Moment fest. Wissenschaftliche Atlanten sollen dagegen das jeweils Exemplarische zeigen.

„Der Atlas zielt darauf ab, die Natur zu einem sicheren Gegenstand der Wissenschaft zu machen und die rohe Erfahrung – die zufällige und kontingente Erfahrung spezifischer Einzelobjekte – durch gefilterte Erfahrung zu ersetzen.“ (Daston/Galison 2002, S. 36)

Die Subjektivität, die man mit Hilfe der Fotografie vermeiden wollte, kehrte also bei der Auswahl „typischer Aufnahmen“ für einen Atlas zurück. Bei späteren Auflagen des Wolkenatlas wurde deshalb jede Aufnahme
„mit einer Erläuterung […] sowie mit einer schematischen Darstellung im selben Maßstab wie die Fotografie [versehen], um die wichtigsten Merkmale der Wolkengattung hervorzuheben.“ (Deutscher Wetterdienst 1990 S. XIII)

Wetterdienst

Da man zu Wettervorhersagen gelangen wollte, war der Aufbau eines verteilten Netzes von meteorologischen Stationen und der schnelle Austausch von Daten und Informationen notwendig, um ein Bild des Wetters über einem größeren Gebiet rekonstruieren zu können. Die Erstellung aktueller Wetterkarten war nur durch die telegrafische Übermittlung der Wetterdaten möglich. Dies setzte voraus, Wetterbeobachtungen in kompakter Form durch Ziffern zu beschreiben.

Ueber Wolkenaufnahmen

Literatur
Brandes, Heinrich Wilhelm [1820]: Beiträge zur Witterungskunde, Leipzig: Johann Ambrosius Barth
Daston, Lorraine; Galison, Peter 2002: Das Bild der Objektivität. In: Geimer, Peter: Ordnungen der Sichtbarkeit. Fotografie in Wissenschaft, Kunst und Technologie, Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 29 – 99
Deutscher Wetterdienst 1990: Internationaler Wolkenatlas, 2. Auflage, Vorschriften und Betriebsunterlagen Nr. 12, Teil 1, Offenbach am Main (Selbstverlag)
Goethes Werke [1896]: Naturwissenschaftliche Schriften II. Abteilung, 12. Band, hrsg. im Auftrag der Großherzogin Sophie von Sachen. Weimar: Hermann Böhlaus Nachfolger
Starl, Timm 2009: Eine kleine Geschichte der Wolkenfotografie, in: Ecker, Berthold; Karel, Johannes, Starl, Timm (Hrsg.)stark bewölkt. Flüchtige Erscheinungen des Himmels,Wien und New York: Springer, S. 22 – 41

 

1846 – 2016: Die Entdeckung von Planeten durch das „geistige Auge“ der Mathematik

Wie das Fernrohr, ein sinnliches näherndes, raumdurchdringendes Hülfsmittel, hat die Mathematik durch Ideenverknüpfung in jene fernen Himmelsregionen geführt, von einem Theil derselben sicheren Besitz genommen; ja bei Anwendung aller Elemente, die der Standpunkt der heutigen Astronomie gestattet, hat in unseren für Erweiterung des Wissens glücklichen Tagen das geistige Auge einen Weltkörper gesehen, ihm seinen Himmelsort, seine Bahn und seine Masse angewiesen, ehe noch ein Fernrohr auf ihn gerichtet war!  (Alexander von Humboldt 1847)

1846 – Entdeckung des Planeten Neptun
Humboldt bezieht sich auf die Entdeckung des Planeten Neptun. Seit dem Anfang des 17. Tycho Brahes MauerquadrantJahrhunderts wusste man, dass sich die Planeten auf elliptischen Bahnen bewegen, in deren einem gemeinsamen Brennpunkt die Sonne steht. Kepler hatte dieses nach ihm benannte Erste Keplersche Gesetz aus den Tabellen abgeleitet, in denen der dänische Astronom Tycho Brahe und später Kepler selbst die Daten aus langjährigen Beobachtungen und Messungen der Umlaufbahnen der Planeten, insbesondere des Planeten Mars, festgehalten hatten.
Newton hatte mit der Gravitationskraft, die von der Sonne auf alle Planeten in unserem Sonnensystem ausgeübt wird, die Erklärung dafür geliefert, warum die Planeten in ihrer Umlaufbahn gehalten werden und warum es durch die Gravitationswechselwirkung zwischen den Planeten zu Abweichungen von den idealen elliptischen Umlaufbahnen kommt.
Aufgrund solcher Abweichungen von den vorausberechneten Bahnen der Planeten Jupiter,

Sternwarte zu Berlin 1840
1840

Saturn und Uranus waren Astronomen schon länger von der Existenz eines noch unbekannten Planeten ausgegangen. Der französische Mathematiker und Astronom Urbain Le Verrier berechnete 1846 die Position, auf der sich dieser unbekannte Planet befinden musste. Diese Berechnungen schickte er an die Königliche Sternwarte in Berlin, die durch die Initiative von Alexander von Humboldt über eines der leistungsstärksten Teleskope in der damaligen Zeit verfügte. Als die Berliner Astronomen ihr Teleskop auf die von Le Verrier berechnete Position richteten und das sich ihnen bietende Bild mit einer aktuellen Sternenkarte verglichen, gelang es ihnen sofort, den bis dahin unbekannten Planeten zu identifizieren und damit den Beweis für Le Verriers Berechnungen zu führen.

2016 – Planetenentdeckung per Computersimulation
„Zwei US-Astronomen haben nach eigenen Angaben Hinweise auf die Existenz eines neunten Planeten in unserem Sonnensystem entdeckt. Der Himmelskörper sei etwa zehnmal so schwer wie die Erde, […]. Gesehen haben die beiden Wissenschaftler den möglichen neuen Planeten aber noch nicht. […] Die Hinweise beruhen bislang aber ausschließlich auf mathematischen Modellen und Computersimulationen.“ (faz.net – 21.01.2016)

 

Rückblende 1928: Lichtbildarbeitsgemeinschaften in Preußen

In der Diskussion um die Rolle der Schulphotographie in den 1920er Jahren Lichtbildarbeitsgemeinschaft Agfatauchen Argumente, Probleme und Initiativen auf, die in mancher Hinsicht an aktuelle Diskussionen erinnern. Dies gilt nicht nur für die reformpädagogische Leitidee, die zur Einrichtung von Arbeitsgemeinschaften und damit auch zu Lichtbildarbeitsgemeinschaften führte: „Nur was erarbeitet ist, das besteht und wirkt. Das Wissen muß auch einmal Problem gewesen sein und aus ein Wollen heraus selbstgestecktes Ziel.“ (Gläser 1920 – zitiert nach Böttcher o. J., S. 7)

Wenn es um Medien und Schule geht, gibt es offensichtlich unvermeidliche Klagen. Geklagt wurde schon um 1920 über die mangelnde technische Ausstattung der Schulen, über unzureichende technische und inhaltliche Kompetenzen der Lehrkräfte sowie über fehlende Fortbildungsangebote. Daneben tauchte die Forderung nach einem eigenen Schulfach bzw. nach Einführung von speziellen Lehrgängen auf. Doch ein fächerintegrativer Ansatz, der über die Naturwissenschaften hinaus Deutsch, Geschichte und Kunst einschloß, setzte sich, sofern die Fotografie überhaupt Eingang in die Lehrpläne fand, durch. Als zusätzliches Argument für die Beschäftigung mit der Fotografie diente der Hinweis auf die Verwertbarkeit fotografischer Kenntnisse im späteren Berufsleben.

Aktiv unterstützt wurden die Bestrebungen zur Förderung der „Schulphotographie“ von der Industrie, hier in erster Linie von AGFA. So wurden Wettbewerbe ausgeschrieben, erhielten hervorragende Schüler Box-Kameras als Prämie und AGFA stattete alle Schulen flächendeckend mit jeweils mehreren Fotoapparaten aus. AGFA ergriff auch inhaltlich die Initiative und veröffentlicht 1929 ein „Stoffplan für die photographische Unterweisung in den Lichtbildarbeitsgemeinschaften.

Lichtbildarbeitsgemeinschaften
Lichtbildbeitsgemeinschaften für Schüler und Schülerinnen

Da seit einiger Zeit die praktische Betätigung von Schülern und Schülerinnen auf dem Gebiet der Photographie einen größeren Umfang annimmt, erscheint es angebracht, daß die berufenen Kreise diese sehr zu begrüßende Bewegung in richtige Bahnen lenken. An einigen Schulen ist man dazu übergegangen, die photographierenden Schüler und Schülerinnen zu sogenannten Lichtbildarbeitsgemeinschaften zusammenzufassen, in denen die Beteiligten neben einer ästhetischen Schulung eine photographische Ausbildung erhalten, damit sie gegebenfalls in der Lage sind, ihre photographische Kunst in den Dienst der ganzen Schule zu stellen. In gemeinsamer Arbeit von Lehrern und Schülern werden die Lichtbildsammlungen ergänzt oder zum Teil für die Sondergebiete neu geschaffen. Eine derartige Selbstherstellung von Lichtbildern jeder Art bietet auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile, die bei der schwierigen finanziellen Lage der Schulen noch mehr ausgenutzt werden müssen. Die photographische Arbeitsgemeinschaft ist abwechselnd an die hierfür geeigneten Fächer anzugliedern, damit eine phototechnische Unterweisung der daran interessierten Schüler ständig stattfindet. […]

Berlin, den 9. Juli 1928 – Der Minister für Wissenschaft, Kunst u. Volksbildung, H. 15/ S. 244

LichtbildarbeitsgemeinschaftenHeimatphotographie

Es ist bei mir angeregt worden, bei der praktischen Betätigung der Schüler und Schülerinnen auf dem Gebiet der Photographie auch das Gebiet der Heimatphotographie heranzuziehen. […] Es wird sich hierbei zunächst darum handeln, das wertvolle Heimatgut, das die Natur darbietet, in Form von technisch einwandfreien und ästhetisch befriedigenden Aufnahmen zu bergen. Als Gegenstände der photographischen Erfassung kämen in erster Linie die in der engeren Heimat vorhandenen Naturdenkmäler in Betracht, vor allem ehrwürdige Baumgestalten, erratische Blöcke und andere Einzelschöpfungen der Natur von Naturdenkmalwert. Bei einer solchen Zielsetzung würde in gemeinsamer Tätigkeit gewissermaßen zwangsläufig die Inventarisierung der Naturdenkmäler der Umgebung des Schulortes durchgeführt werden.

Kamera und NaturschutzWeiter wären charakteristische Züge der heimatlichen Natur, wie Waldstücke, Gebüschgruppen, Felsgebilde, Flußufer, Flußschlingen, Altwässer, Moore, Seen, Teiche, Dünen und vieles andere, photographisch zu meistern. Auch typische Pflanzengesellschaften und Einzelpflanzen sowie Tiere und ihre Bruten bieten eine Fülle von Objekten dar, an denen die photographische Kunstfertigkeit geübt werden kann.

Es ist zu erwarten, daß diese Art der photographischen Betätigung einmal zu einer sehr ersprießlichen Zusammenarbeit verschiedener Fächer führt, und daß andererseits der Naturschutzgedanke aus solcher Betätigung kräftige Anregung empfängt.

Ich halte es für wünschenswert, die aus der vorgeschlagenen Art der Betätigung photographischer Arbeitsgemeinschaften gewonnenen Aufnahmen der Allgemeinheit zugänglich zu machen. […]“

Berlin, den 22. Mai 1930 – Der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, H.11/ 1930, S. 178

Lichtbild und Schule

Literatur
Böttcher, Horst: Schulphotographie damals und heute. 22 Lehrbrief für audio-visuelle Kommunikation hrsg. vom Bundesgremium für Schulphotographie, Syke o. J.

Der elektrische Telegraph im Kriege – „Die Industrie hat hier der Kriegskunst unter die Arme gegriffen.“

1863 – Vom Kriegstheater zum Kriegsschauplatz

Seit den Revolutionskriegen sind die modernen Armeen zu kollossalen Massen herangewachsen; es ist nichts Ungewöhnliches mehr, dass 150,000 – 200,000 Mann am Tage einer Schlacht gemeinschaftlich in Aktion treten. Außerdem sind bei der Tragweite der Geschosse die gegenüberstehenden Truppen miest in großer Entfernung von einander zu bleiben und eine sehr ausgedehnte Schlachtlinie zu bilden genöthigt. Diese Umstände machen die Funktion des obersten Kommandierenden weit schwieriger, denn er kann nicht mehr mit einem Blick das Ensemble der Operationen und die Bewegungen jedes Truppentheils überschauen. Mündlichen Befehl an die äußersten Punkte der Feuerlinie zu überbringen erheischte oft Stunden, während welcher die Umstände sich vollständig berändern können, so daß zuletzt jeder Kommandant für sich eine Schlacht lieferte. Die Industrie hat hier der Kriegskunst unter die Arme gegriffen. Es wurden nämlich im Lager von Chalon Versuuche mit dem elektrischen Telegraphen gemacht. Im Hauptquartier wurde ein Zentralbureau errichtet; durch Fourgon’s wurden darauf Drähte nach verschiedenen Punkten geführt, so daß der Oberkommandant mit seinen Unterkommandierenden korrespondieren konnte. Die Drähte, welche mit einem isolierenden Stoffe umgeben waren, liegen einfach auf dem Boden; die Versuche haben die Sache als praktisch erwiesen. Man kann sogar mit der Nadel Zeichnungen machen, welche die Befehle ergänzen. Diese Anwendung des elektrischen Telegraphen muß notwendigerweise zur Vermehrung der Zerstörungsmittel beitragen, welche die europäischen Nationen seit einiger Zeit so lebhaft beschäftigen und die Taktik vollständig umschaffen.

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Aus: Ueber Land und Meer. Allgemeine Illustrirte Zeitung, Nr.1/1863, Text: S. 14, Abb. S. 12

Die Tagespresse als „bevorzugtes Haß-Objekt“ der Kulturkritik im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Zeitungslektüre als Nervengift

„Es genügt mittelmäßig lesen (oder auch nur mit lauter Stimme buchstabiren) zu können und einige Pfennige in der Tasche zu haben. Selbst die Paar Pfennige sind zu viel, denn wir können alle Tage eine Zeitung geliehen bekommen.das-nervose-zeitalter
Und diese Zeitung giebt uns in wenigen Minuten ein Bild von der Politik unseres Landes und den politischen Zuständen der benachbarten und entfernten Länder, sie preist uns die Beredsamkeit eines aufrührischen Volkstribuns und bespöttelt die Rede unseres Abgeordneten; sie schmeichelt unserm verborgensten Ehrgeiz oder erregt unseren tiefsten Haß; sie enthüllt erbarmungslos die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten der modernen Gesellschaft und die Heucheleien der Civilisation und tischt uns in der Chronik sozusagen als Dessert, die entsetzlichsten Unglücksfälle und grausamsten Verbrechen auf.“

Sehr viele Zeitungen functioniren heute in der Gedanken- und Gefühlswelt des Volkes wie das Gläschen giftigen Schnapses, das der Arbeiten jeden Morgen hinuntergießt, um den unwilligen Hunger zum Schweigen zu bringen und die Qualen des Elends zu verbergen.
Und die gut redigirten und rechtschaffenen Zeitungen, jene, welche sich nicht an die Menge verschachern, jene, welche für die höchsten Klassen der Gesellschaft bestimmt sind, sind für die Nervosität der Leser noch gefährlicher, indem sie dieselben zwingen zu denken, mit sich selbst in’s Klare zu kommen und Antheil zu nehmen an den Geschicken aller Länder und Klassen.“ (S. 100f.)

„Das Land und die Bauern sind die große Sparkasse der menschlichen Gesellschaft, und wie wir von dort das Brod und den Wein herhalten, so fließen uns auch von dort die Kräfte zu, die den fieberhaften Verbrauch von Energie der innerhalb der aufreibenden Mauern der Städte gemacht wird, ersetzen.
Der Fabrikarbeiter hingegen ist der Gährungsstoff der socialen Revolution. Er ist nervös, weil er fast nie reine Luft athment, weil er die wohlthätigen Wirkungen der Sonne und des Lichts nicht genießt, und vor allem, weil das Blatt Papier, das ertäglich liest, ihm in allen Tonarten den Groll und Haß und all die bittern Zweifel, über die er in den langen Stunden der Werkstätt nachgrübelt, wiederholt.“ (S. 138)

„Wie der Genuß verdorbener und schlechter Nahrungsmittel gewisse Krankheiten hervorruft, so erzeugt das Lesen schlechter Zeitungen, die den Proletarier nicht ermuthigen, sondern aufregen, die ihn nicht lehren, die Ungleichheit auszufüllen, sondern ihm eingeben, sie zu messen, die ihm mit lauter Stimme die Krankheit bezeichnen, ohne ihm gleichzeitig ein Mittel zu deren Heilung anzugeben, die Nervosität. Es giebt Zeitungen, die täglich freveln, ohne vom Gesetze dafür belangt zu werden.“ (S. 139 f.)
Paul Mantegazza: Das nervöse Jahrhundert, Königsberg 1888

Johann Peter Hasenclever_Lesegesellschaft um 1849
J. P. Hasenclever – Lesegesellschaft (um 1840)

Marcel Proust über Zeitungslesen (1919)
„… jenen greulichen und doch wollüstigen Akt, dank dessen alles Unglück und alle Kataklysmen dieser Welt im Verlauf der letzten 24 Stunden, die Schlachten, die 50.000 Männer das Leben kosteten, die Verbrechen, Arbeitsniederlegungen, Bankrotte, Feuersbrünste, Vergiftungen, Selbstmorde, Ehescheidungen, die grausamen Gemütsaufwallungen des Staatsmannes wie des Schauspielers, uns, die wir nicht involviert sind, zur morgendlichen Speise verwandeln, sich auf höchst erregende und stärkende Weise mit dem anempfohlenen Einnehmen einiger Schlucke Milchkaffees verbinden.“ (zitiert nach: Bourdieu, Pierre: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt am Main: suhrkamp 1991, S. 44)

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John Orlando Parry – A London Street Scene (1835)
 

Das Beängstigende der Bilderflucht ist ihre Geschwindigkeit und Zusammenhanglosigkeit

„Täglich mindestens einmal öffnet das Welttheater seinen Vorhang, un der Abonnent des Zeitungsblatts erblickt Mord und Gewalttat, Krieg und Diplomatenränke, Fürstenreisen, Pferderennen, Entdeckungen und Erfindungen, Expeditionen, Liebensverhältnisse, Bauten, Unfälle, Bühnenaufführungen, Spekulationsgeschäfte und Naturerscheinungen; an einem Morgen während des Frühkaffees mehr Seltsamkeiten, als einem Ahnherrn während eines Menschenlebens beschieden waren. […] Das Beängstigende der Bilderflucht ist ihre Geschwindigkeit und Zusammenhanglosigkeit. Bergleute sind verschüttet: flüchtige Rührung. Ein Kind mißhandelt: kurze Entrüstung. Das Luftschiff kommt: ein Moment der Aufmerksamkeit. Am Nachmittag ist alles vergessen, damit Raum im Gehirn geschaffen werde für Bestellungen, Anfragen, Übersichten. Für die Erwägung, das Erinnern, das Nachklingen bleibt keine Zeit.“
Walther Rathenau: Zur Kritik der Zeit, 18. bis 20. Aufl, Berlin 1922, S. 88f.

Die Formulierung „Tagespresse als ‚bevorzugtes Haß-Objekt'“ findet sich in: Jochen Hörisch: Eine Geschichte der Medien. Vom Urknall zum Internet, Frankfurt am Main 2004, S. 184
Abb. Johann Peter Hasenclever: Lesegesellschaft um 1849
Abb. John Orlando Parry, ‘A London Street Scene’, 1835. (Wikimedia Commons)