Ausflug in die Frühzeit der Massenmedien

 Den Haag

Den Haag – Panorama Mesdag

Ausschnitt des Panorama Mesdag

Hendrik Mesdag war 1866 bereits 35 Jahre alt, als er sich entschloss, den Beruf des Kunstmalers zu ergreifen. Im Mai 1881 begann er mit Hilfe einiger Kollegen die aus Belgien geliefert Leinwand von 14,4 Metern Höhe und 114,5 Metern Länge mit einem Panorama von Scheveningen zu bemalen. Am 1. August 1881 wurde Mesdags maritimes Panorama eröffnet. Schon 1885 ging das Panorama in Konkurs. Daraufhin erwarb Mesdag das Panorama selbst. Heute wird das Panorama als Familienunternehmen mit Non-Profit-Charakter betrieben.Dieser Ausflug in die Frühzeit der Massenmedien lohnt sich, denn dieses Panorama hat noch nichts von seiner Faszination verloren! Panorama Mesdag

 Die ersten Panoramen entstanden in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts, gerieten dann aber in Vergessenheit und wurden unter anderem aufgrund der Erfindung der Fotografie wiederentdeckt. (Daguerre, einer der Erfinder Fotografie, hatte als Panorama- bzw. Dioramamaler gearbeitet.) Das Panorama erlebte dann noch einmal in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine neue Blüte als der Fortschrit in der Webtechnik es erlaubt, breitere Bahnen zu weben, so dass größere Panoramen möglich wurden. Die Errichtung von neuen Panoramen wurde durch Aktiengesellschaften betrieben, deren Aktien u. a. an der Brüsseler Börse gehandelt wurden. In diesem Kontext entstand auch das Mesdag Panorama.Weitere Informationen zum Panorama als frühem Massenmedium
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 Meyers Konversationslexikon
 Panorama (griech., „Allschau, Allübersicht“), eine besondere Art von Landschaftsgemälden, welche theils durch die Totalität der Rundschau, theils durch die als Wirkungsmoment angewandte Bewegung des Standpunktes weniger auf den künstlerischen Schein als auf natürliche Illusion berechnet sind. Bei dem Landschaftsgemälde im gewöhnliche Sinnch ist nämlich der Standpunkt des Beschauers als fest angenommen, und es wird nur so viel von dem Natur-Sichtbaren dargestellt, als (das Auge als Spitze eines Kegels angenommen, dessen Winkel 900 beträgt) in den dadurch gebildeten Sehkreis fällt. Ein natürliches P. bietet sich dem Beschauer dar, wenn er, etwa auf einem hohen Berg stehend, sich allmählich im Kreis dreht und so die ganze Umgegend nach und nach an seinem Auge vorüberziehen sieht. Denkt man sich nun dieses Band, welches den Beschauer cylinderförmig umgibt, an einer Stelle von oben nach unten zerschnitten und der Breit nach auf eine gerade Fläche ausgebreitet, so hat man die Darstellung eines Panorama’s. Um dasselbe zu sehen, ist also eine künstliche Vorrichtung nöthig, wodurch die Bewegung des Nacheinander dargestellt wird. Dies kann auf doppelte Weise geschehen: entweder wird das Längenbild langsam vor den Augen des Beschauers vorübergezogen (Cyklorama) oder es bedeckt, in sich zurückkehrend , die Wand eines cylinderförmigen Raums, an welcher der Beschauer allmählich herumwandelt (eigentliches P.). Indem nun durch künstliche, dem Beschauer, der sich selbst im Dunkeln befindet, nicht direkt sichtbare Beleuchtung, sei es von oben durch koncentriertes Tageslicht, sei es durch Lampen, das Gemälde derartig in Wirkung gesetzt wird, daß es dem Natureindruck möglichst nahekommt, so entsteht jene Illusion, welche der eigentliche Zweck des Panorama’s ist und zuweilen noch durch künstliche Naturnachahmung atmosphärischer Erscheinungen, wie Donner, Regen, Schneefall und dgl., verstärkt wird. Die Panoramen sind von dem irischen Maler Robert Parker 1787 erfunden, welcher zuerst im kleinen mit der Ansicht von Edinburg machte und später in London eine 30 Meter im Durchmesser haltende Rotunde ausführen ließ…Meyers Konversations-Lexikon 3. Aufl, Bd. 3, Leipzig 1887, S. 534 f.
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