1937: Die Schiefertafel und die Erfordernisse des Vierjahresplanes

Gebrauch der Schiefertafel im Unterricht
Mit Rücksicht auf die Rohstofflage und die Erfordernisse des Vierjahresplanes ändere ich die Bestimmung in Ziff. 9 meines Erlasses vom 7. September 1934 […] wie folgt ab:
„Im 1. Und 2. Schülerjahrgang ist – spätestens vom Beginn des Schuljahres 1938 ab – an Stelle des Schulheftes grundsätzlich die Schiefertafel zu gebrauchen. Ihr Gebrauch ist auch im 3. Und 4. Schuljahr gestattet. Es ist darauf zu achten, daß nur rein deutsche Erzeugnisse verwendet werden. Daneben ist das Schreibheft (Reinschriftheft) weiter zu benutzen.“
Im übrigen werde ich von Fall zu Fall prüfen und entscheiden, ob und in welchem Umfange zu einem späteren Zeitpunkt Tafeln aus Austauschstoffen verwendet werden dürfen.
Berlin, den 1. Dezember 1937.
Der Reichs – und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung
(Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung – 3.1937, S. 443)


Schultafeln aus Kunststoff. Am 1. Dezember 1937 hatte der Reichserziehungsminister angeordnet, daß im ersten und zweiten Schülerlehrgang an Stelle des Schulheftes die Schiefertafel zu gebrauchen sei. Ihr Gebrauch ist auch im dritten und vierten Schülerlehrgang gestattet worden. Dabei war darauf zu achten, daß nur rein deutsche Erzeugnisse verwendet würden. Gleichzeitig war vorgesehen, daß zu einer späteren Zeit Tafeln aus Austauschstoffen verwendet werden dürften. Diese Tafeln werden aus einem Kunststoff hergestellt. Sie haben meistens eine weiße Schreibfläche und können mit Kohle- und Bleistiften sowie teilweise mit Tinte und Buntstiften beschrieben werden. Die Schreibflächen lassen sich wie die Schiefertafel mit einem feuchten Schwamm reinigen. Da die weißen Tafeln dem Papier sehr ähnlich sind, wird durch ihre Benutzung auch Schreibpapier erspart werden können, jedoch dürfen die unterrichtlichen Bedürfnisse, soweit sie durch Reinschrifthefte erfüllt werden müssen, nicht darunter leiden. (Salzburger Volksblatt vom 17 Jänner 1939, S. 5)

Vorbei mit den schwarzen Schiefert- Tafeln: Aus Gründen der Rohstoffeinsparung werden in den Volks- Schulen im Altreich wieder allgemein Schiefertafel und Griffel eingeführt, allerdings bestehen diese aus einer Kreide- und Kohlenstaubmisch, die abwaschbar ist und eine weiße Schreibfläche besitzt. (Das interessante Blatt 9. Juni 1938, S. 8)


Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen 1934 S. 175
Werbeanzeigen