Als man Gesichter noch nicht pixeln musste

Pariser Straßenansicht (Boulevard du Temple) 1838

von Louis Daguerre vom Fenster seines Arbeitszimmers aus aufgenommen.

Die Daguerreotypie zeigt einen menschenleeren Boulevard. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war der Strassenzug voller Menschen, Pferde und Kutschen. Die extrem lange Belichtungszeit von 10 bis 15 Minuten liess jegliches Leben verschwinden. Bewegung erzeugt Unschärfe und führt schliesslich zu Unsichtbarkeit. Lediglich ein Schuhputzer, der längere Zeit in dieselbe Position innehatte, hinterliess unbeabsichtigt sichtbare Spuren seiner Präsenz.

Oft wurden die Daguerreotypien exakt nachgezeichnet und im Aquatintaverfahren für den Druck auf Kupferplatten übertragen. Dabei konnten durch den Zeichner Personengruppen in die menschenleeren Aufnahmen eingefügt werden.

Abb. http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Boulevard_du_Temple_by_Daguerre.jpg

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Ein Gedanke zu “Als man Gesichter noch nicht pixeln musste

  1. Der letzte Satz fand ich besonders interessant, daher weil es mir gar nicht bekannt war, dass Zeichner später Personen in die Bilder einfügten.
    Da wird wieder einmal mehr bewusst, wie sehr diese Pioniere keinen Aufwnd scheuten, mit welchem Einfallsreichtum man zu diesen Zeiten noch wirklich neue Dinge schuf.
    Und dazu noch wohlgemerkt, dass all deren Werke damals im heutigen Verhältnis nur geringe Verbreitung fanden.

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